„Sakralbauten – zumeist bedeutende Architekturen in exponierter Lage – sind unübersehbare Landmarken, einprägsame Punkte in den Silhouetten deutsche Dörfer und Städte. Als Denkmale zeugen sie von der Jahrhunderte alten Geschichte religiösen Lebens in unserem Land.
Die geschichtlich gewachsene Bauform und Innenausstattung oder Klang historischer Glocken und Denkmalorgeln symbolisieren, auf welche Weise Menschen Gott verehren. Jede Epoche und jede Religion hat ihre eigenen typischen Gottesdiensträume und Orte geistlicher Einkehr geschaffen: Kirchen, Synagogen, Moscheen, Kloster, Kapellen und Friedhöfe, aber auch zahlreiche sakrale Kleindenkmale wie Bildstöcke, Wegekreuz, Kalvarienberge oder Kreuzwegstationen.
Die Geschichte des abendländischen Europa ist viel enger mit dem religiösen Leben verwoben, als heute für den oberflächlichen Blick erkennbar. Die historischen Sakralbauten sind wie Schlüssellöcher, durch die wir das reiche sakrale Erbe Europas wiederentdecken. Und es sind erstaunlich aktuelle Inhalte, die da zu Vorschein kommen: Als mäzenatische, bildungspolitische, sozialkritische und intellektuelle Akteure haben die großen Kirchen und Religionsgemeinschaften das Wertefundament unseres Landes maßgeblich geprägt. An zahlreichen schon bekannten oder erstmals zugänglichen Denkmalen sollten diese alten Werte und Inhalte am Tag des offenen Denkmals 2007 neu lesbar gemacht werden.



