Aktuell in der Galerie

Omanut – Kunst heute

Ausstellung zum Festjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ (13. Juni bis 25. Juli 2021)

Im Jahr 2021 leben Jüdinnen und Juden nachweislich seit 1700 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Deutschland. Aus diesem Anlass koordiniert der Verein „321–2021: 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ das Festjahr #2021JLID mit bundesweit rund 1000 Veranstaltungen. Ziel ist es, jüdisches Leben sichtbar und erlebbar zu machen. Mit dabei ist die Städtische Galerie im Park Viersen. Die Galerie stellt vom 13. Juni bis 25. Juli acht zeitgenössische Künstlerinnen und Künstler vor. Sie gehören verschiedenen Generationen an und arbeiten in unterschiedlichen Techniken. Was sie verbindet: Deutschland oder Israel als Ort der Geburt oder aktueller Lebensmittelpunkt. Die Viersener Ausstellung „Omanut – Kunst heute“ gibt Einblick in die vielfältige und lebendige jüdische Kulturszene in Deutschland.

Sigalit Landau (*1969 in Jerusalem) lebt in Tel Aviv. Sie nutzt immer wieder das Tote Meer als Inspirationsquelle und eine Art Laboratorium für ihre Kunst. Alltägliche Gegenstände oder Textilien wie ein Brautkleid taucht die Künstlerin monatelang in das salzige Wasser, bis die Salzkristalle sie in verwunschene Skulpturen verwandeln.

Ariel Schlesinger (*1980 in Jerusalem) verfremdet kulturell aufgeladene Gegenstände auf verzaubernde, mitunter irritierende Weise. Er erzählt Geschichte(n) neu – etwa die eines turkmenischen Teppichs im Berliner Pergamonmuseum. Das wertvolle Stück fiel im Zweiten Weltkrieg bei einem Bombenangriff den Flammen zum Opfer und gelangte erst auf die Weise zu Restaurierung und Präsentation. Der in Berlin lebende Schlesinger wiederholt den Akt der Verbrennung, bringt den Teppich aber halbverkohlt ohne Restaurierung zur Ausstellung.

David Moses (*1983) vollzieht Bewegungsbilder aus Filmsequenzen nach. Dabei dient ihm etwa Walt Disneys Zeichentrick-Serie „Silly Symphonies“ als Ausgangspunkt. Moses fängt Dynamik und Emotionen der farbigen Musik-Clips in seinen dichten, abstrakten Arbeiten ein. Bezug auf die deutsche Nachkriegsgeschichte nimmt Moses in den mit Graphit überzeichneten Fotos der Serie „Todesstreifen/Schlesischer Busch“. Das Gebiet der ehemaligen innerdeutschen Grenze in der Nähe seiner Berliner Wohnung ist heute eine Freizeitzone. Der Gegensatz zur tragischen, destruktiven Vergangenheit zog den Künstler in seinen Bann und inspirierte ihn zur Spurensuche.

Zohar Fraiman (*1987 in Jerusalem) lässt in ihren Bildern Fabelwesen, teuflische Gestalten und wilde Tiere auf die Menschenwelt treffen. Dabei vermischen sich die Erscheinungsformen bis hin zum Wechsel der Rollen. Mit märchenhaften oder sagenumwoben anmutenden Szenen voller ironischer Brüche regt die in Berlin lebende Künstlerin die Fantasie der Betrachtenden an.

Nadia Perlov (*1990 in Tel Aviv) lebt in Frankfurt am Main. Eine humorvoll-farbige und fantasievolle Designästhetik gibt ihren Werken einen verspielten und unschuldigen Touch. Dazu fließen kulturhistorische Aspekte in ihre Kunst ein. Fragestellungen zu den Themen Architektur und Landschaft spiegeln sich in ihren Werken ebenso wider wie die Beschäftigung mit Migration und Sprache.

Zipora Rafaelov (*1954 in Beer-Sheva) lebt seit ihrem Studium in Düsseldorf und Tel Aviv. In einer unverwechselbaren Bildsprache fügt sie skulpturale und grafische Elemente in raumgreifende Installationen aus Papier, Fäden und Holz ein. Licht und Schatten spielen eine wesentliche Rolle in ihren großformatigen filigranen Ausschnittarbeiten.

Den Weg von Düsseldorf nach Israel nahmen 2019 die Fotografen Bernard Langerock (*1953) und Robert Pufleb (*1969) im Künstleraustauschprogramm der Landeshauptstadt mit Ein Hod. Dort entstand Langerocks Projekt „The Olive Trees Archive“, das Natur als mögliche Speichereinheit untersucht, als Archiv menschlicher Kultur. Robert Pufleb reiste durch ganz Israel. Dabei entstand eine umfangreiche fotografische Erzählung. Alltägliche Straßenstillleben werden zu einer überraschenden Collage in Form einer sechs Meter langen, freischwebenden Plane verwoben. Unterschiedliche Ebenen von Realität und Fiktion, Mythos und Illusion überlagern sich.

„Wir freuen uns sehr über den Beitrag aus Viersen“, würdigt Andrei Kovacs, der leitende Geschäftsführer des Vereins aus Köln, die Ausstellung. Sie sei eine „Bereicherung des Festjahres“. Es lebe von der starken regionalen Verankerung in ganz Deutschland, unterstreicht die Generalsekretärin des Vereins 321, Sylvia Löhrmann. „Das Judentum ist wesentlich für Deutschland. Das wird mit diesem Projekt veranschaulicht und trägt dazu bei, möglichst viele Menschen konkret anzusprechen.“

Die Ausstellung wurde am Sonntag, 13. Juni, 11 Uhr, online (>> auf YouTube) mit einem Grußwort der Bürgermeisterin der Stadt Viersen, Sabine Anemüller, eröffnet. Anschließend gab die Kunsthistorikerin Dr. Karin Mohr Einblicke in die Ausstellung (www.viersen.de und www.facebook.com/galerieimpark).

Ein Begleitprogramm für alle Altersgruppen bietet neben der Begegnung mit der zeitgenössischen Kunst in den Sommerferien die Möglichkeit, jüdische Künstlerinnen und Künstler und Viersener Bürgerinnen und Bürger kennenzulernen, die Opfer der nationalsozialistischen Verfolgung wurden.



Omanut – Kunst heute

Kunstausstellung zum Festjahr #2021 JLID – Jüdisches Leben in Deutschland

13. Juni bis 25. Juli 2021
Öffnungszeiten: Di–Sa 15–18 Uhr, So 11–18 Uhr und nach Vereinbarung, Eintritt frei.
Städtische Galerie im Park, Rathauspark 1, Viersen
Telefon 02162 101-160, galerie@viersen.de, www.viersen.de

Für den Besuch der Ausstellung und der übrigen Veranstaltungen gelten die jeweils aktuellen Corona-Schutzbestimmungen.



Begleitprogramm

Auf den Spuren von Max Liebermann

Originalgrafiken aus der Graphischen Sammlung der Stadt Viersen führen den bedeutenden deutschen Impressionisten und seine Kunst anschaulich vor Augen. Anschließend geht es tatsächlich mit Hilfe von Cola und Alufolie ans experimentelle Drucken. Mit diesen Haushaltsutensilien entstehen ohne Stein und ohne Druckpresse eigene Lithografien, inspiriert durch Max Liebermann.

Dienstag, 6. Juli, 10–13 Uhr, für Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren
Mittwoch, 7. Juli, 10–13 Uhr, für Jugendliche und Erwachsene ab 16 Jahren
Leitung: Dagmar Reichel

Die Workshops finden unter Berücksichtigung der Corona-Schutzbestimmungen vorzugsweise im Außenbereich der Galerie im Park statt.


Julo Levin und die Kinderzeichnungen

Ein besonderer Museumskoffer aus dem Stadtmuseum und der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf erzählt von Julo Levin (1901–1943), der 1933 als Künstler nicht mehr tätig sein durfte. So wurde er mit großem Engagement Zeichenlehrer an der jüdischen Schule in Düsseldorf – und sammelte dabei 1900 Zeichnungen, vor allem von jüdischen Kindern.

Gemeinsam wird im Workshop der Museumskoffer ausgepackt. Fotos und andere Quellen kommen zum Vorschein, besonders die Zeichnungen. Sie erzählen Lebensgeschichten und Erfahrungen unterschiedlicher Kinder und Jugendlicher in den Jahren der NS-Zeit. Sie bieten auch Anregungen für eigene Kreativität.

Donnerstag, 8. Juli, 10–12 Uhr, für Kinder von 8 bis 11 Jahren
Leitung: Garvin Dickhof

Die Teilnahme an den Workshops ist kostenlos. Anmeldung mit Angabe der Kontaktdaten unter Telefon 02162 101-160 oder per E-Mail an galerie@viersen.deist erforderlich.


Stolpersteine entdecken

71 Stolpersteine konnte der Künstler Gunter Demnig inzwischen in Viersen verlegen – persönliche Erinnerungsmale an im Nationalsozialismus verfolgte Menschen. Ziel des Galerie-Projekts ist es, sie aufzuspüren, in einer einfachen Frottage-Technik ein kleines Abbild zu erstellen und den Stein anschließend blank zu putzen.

Das Material sowie Informationen zu jedem Schicksal enthält die „Stolperstein-Tüte“ zu jeweils einem oder mehreren zusammengehörigen Steinen. Familien oder kleine und große Einzelforscherinnen und –forscher können ab dem 19. Juni in der Galerie im Park zu den Öffnungszeiten eine Tüte abholen.
Bis zum 18. Juli sollen die kleinen Abbilder in die Galerie zurückkehren, wo sie zu einer Gesamtfläche aller Viersener Stolpersteine zusammengefügt werden.

Keine Anmeldung erforderlich. Abholung solange der Vorrat reicht.


Kunstgenerator-Stipendiatin 2021

Isabell Schulte ist die Stipendiatin für das Jahr 2021.

Isabell Schulte ©

Die 1987 in Eckernförde geborene Künstlerin studierte von 2010 bis 2012 Malerei und Grafik an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Anschließend nahm sie ein Studium der bildenden Kunst an der Universität der Künste in Berlin auf, welches sie 2016 als Meisterschülerin von Christine Streuli abschloss. Mehrere Stipendien und Förderungen wurden ihr bereits zuteil, so verbrachte sie ein Semester als Erasmus-Stipendiatin in Istanbul.

Isabell Schulte hat im März 2021 ihre neue Wohn- und Arbeitsstätte in der Alten Lateinschule in Viersen bezogen.

Weitere Informationen zum „Kunstgenerator“ gibt es unter www.new.de/kunstgenerator/.



Rathauspark 1, 41747 Viersen
Telefon: 02162 101-160
galerie@viersen.de

 

Veranstaltungen in der Städtischen Galerie im Park:

 

Datum Beschreibung Kategorie
13.06.2021 bis 25.07.2021
Ausstellung: Omanut – Kunst heute   
Städtische Galerie im Park
Rathauspark 1
41747 Viersen

Telefon: 02162/101160
E-Mail: galerie@viersen.de
Ausstellung
14.08.2021 bis 22.08.2021
Bitte berühren!   
Städtische Galerie im Park
Rathauspark 1
41749 Viersen

Telefon: 02162/101160
E-Mail: galerie@viersen.de
und mobiler Kunst-Container im Park der Städtischen Galerie, Viersen
Aktion

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Weiterführende Informationen

Kontakt

Pitzen, Jutta
Rathauspark 1
41747 Viersen
Tel.: 02162 101 160/ 101 167/ 101 168
E-Mail senden
Öffnungszeiten

Öffnungszeiten Galerie: Di. - Sa. 15-18 Uhr
Sonntags 11-18 Uhr

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