integrierte Stadtteilentwicklung in Süchteln

Der Rat der Stadt Viersen hat am 19.12.2017 das Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept für den Stadtteil Süchteln beschlossen. Das Konzept definiert die langfristigen Entwicklungsziele und Handlungsschwerpunkte für Süchteln. Es werden Defizite und Probleme, aber auch Potenziale und Vorzüge ganzheitlich betrachtet. Daraus werden dann Entwicklungsziele und Maßnahmen abgeleitet, beispielsweise wie man den Innenstadtbereich attraktiver machen kann, wie sich das Areal um den St.-Florians-Platz zukünftig entwickeln soll oder wie man die Zuwegung auf den Süchtelner Höhen verbessern kann. Das Konzept wurde in einem 1,5jährigen Beteiligungsprozess gemeinsam mit den Süchtelner Bürgerinnen und Bürgern erarbeitet.
Ziel ist es, Städtebaufördermittel vom Land NRW und dem Bund für einige Einzelmaßnahmen zu erhalten. Dazu ist Ende 2017 ein Antrag mit acht ersten konkreten Maßnahmen bei der Bezirksregierung Düsseldorf gestellt worden.

Handlungsfelder

Zur Erarbeitung des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes wurde zunächst eine ausführliche Bestandsaufnahme durchgeführt. Als Grundlage dienten dabei einerseits bestehende Konzepte, statistische Daten und sonstige Informationen. Andererseits wurden die stadtteilbezogenen Besonderheiten, bauliche Strukturen und die sonstige Ausstattung im Rahmen von Vor-Ort-Begehungen untersucht, dokumentiert und bewertet. Ebenso flossen die Erkenntnisse, Anregungen und Ideen aus den Beteiligungsveranstaltungen in die Analyse mit ein.
Die Analyse ist in übergeordnete Themenfelder gegliedert. Innerhalb dieser werden die jeweiligen Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken identifiziert und darauf aufbauend der Handlungsbedarf bzw. die städtebaulichen Missstände für die einzelnen Untersuchungsebenen - Gesamtstadt mit Süchtelner Höhen sowie Innenstadt mit St.-Florian-Platz - abgeleitet.

Insgesamt wurden 7 Handlungsfelder definiert, die jeweils eigene Ziele haben:

Handel, Nahversorgung, Wirtschaft

Wir wollen den Einzelhandel und den Wochenmarkt im Ortskern erhalten. Der Schwerpunkt des Einzelhandels soll in der Fußgängerzone liegen, in der nördlichen Hochstraße kann eine stärkere Nutzungsmischung mit Handel, Dienstleistungen und Wohnen entstehen. Wir wollen eine attraktive Folgenutzung (Geschäfte, Büros, Wohnen) für Leerstände und brachgefallene Grundstücke. Die Versorgung mit Waren des täglichen Bedarfs soll sichergestellt werden - wenn möglich durch ein kleinteiliges Angebot in der Innenstadt (zentraler Versorgungsbereich), alternativ durch einen Nahversorgungsbetrieb in Innenstadtnähe. Es wird die Ansiedlung einer frequenzbringenden Einrichtung angestrebt.
Wir wollen das Gewerbeflächenangebot bedarfsgerecht entwickeln.

Wohnen

Wir wollen bedarfsgerechten Wohnraum bereitstellen und dafür vorrangig Flächen in bestehenden Siedlungsbereichen nutzen. Dafür sollen ungenutzte und brachliegende Flächen bebaut und der Gebäudebestand modernisiert werden. Die Innenstadt soll als Wohnstandort gestärkt werden. Neben der Innenstadt stehen hier auch Wohngebiete der 1950er bis 1970er Jahre im Fokus. Wenn deren Bewohner mittelfristig anderen, altengerechten Wohnraum nachfragen, könnten die Häuser ein Angebot für junge Familien sein (»Generationenwechsel in Bestandsquartieren«), (»Generationenwechsel in Bestandsquartieren«). Nachrangig sollen Flächen am Siedlungsrand für Wohnungsbau entwickelt werden.

Grün- und Freiräume, Ökologie

Wir wollen klären, welche Orte eher der Freizeit und welche Orte eher dem Naturschutz dienen, um ein verträgliches Nebeneinander zu ermöglichen. Die Niersauen sollen in Teilbereichen ökologisch aufgewertet werden. Wir wollen ein zusammenhängendes Netz aus Grünflächen und begrünten Wegen/Straßen im Siedlungsraum entwickeln, das gleichzeitig die Freiräume in Ost und West miteinander verbindet und die Innenstadt mit einbezieht. Wir wollen, dass die Grün- und Freiflächen zum Klimaschutz beitragen; die Folgen des Klimawandels wollen wir bei der Entwicklung von Grünflächen mit betrachten.

Freizeit, Erholung, Tourismus, Kultur

Wir wollen das kulturelle Angebot in der Innenstadt erhalten und ausbauen. Für Kinder und Jugendliche wollen wir ein attraktives Freizeitangebot bereitstellen. Wichtige Freizeitorte sind die Niers und die Süchtelner Höhen, die im bestehenden Rahmen qualifiziert werden sollen. Die Freizeitangebote sollen gut erreichbar sein. Insgesamt soll das verträgliche Nebeneinander von Freizeit und Naturschutz berücksichtigt werden.

Öffentlicher Raum und Stadtgestalt

Wir wollen, dass die kleinteilige Struktur der Innenstadt erhalten bleibt und das historische Stadtbild deutlicher hervorheben. Wir wollen eine Qualitätsoffensive für den öffentlichen Raum und die Gestaltung von Fassaden und Häuser in der Innenstadt. Die Straßen, Grünflächen und Plätze sollen sauber, ansprechend und möglichst barrierefrei gestaltet sein. Wir wollen, dass die Plätze belebt sind und dadurch Begegnung fördern. Für den St.-Florian-Platz soll ein tragfähiges Nutzungskonzept gefunden werden.

Verkehr und Erreichbarkeit

Wir wollen die Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessern und die Verkehrssicherheit erhöhen. Außerdem soll das Busangebot attraktiver werden. Hierdurch sollen Anreize zum Umstieg vom Auto geschaffen werden. Die Innenstadt, soll gut erreichbar bleiben, die Verkehrsführung im Norden soll verbessert werden. Wir wollen ausreichend Stellplätze in/an der Innenstadt. Die Freizeitnutzungen sollen gut erreichbar sein und der Verkehr verträglich geordnet werden.

Handlungsfeldübergreifend

Wir wollen bei der Entwicklung in Süchteln die Bürgerschaft einbeziehen und transparent über Pläne und Maßnahme informieren. Wir wollen das bürgerschaftliche Engagement unterstützen und zusätzlich aktivieren. Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Akteuren vor Ort soll gestärkt werden. Ziel ist, dass die Süchtelner sich noch stärker mit ihrem Stadtteil identifizieren und sich gerne in die Entwicklung des Stadtteils einbringen. Nach außen soll Süchteln als Ausflugsziel bekannter gemacht werden.

Wie geht's weiter?

Ohne Städtebaufördermittel ist der Großteil der Maßnahmen aufgrund der kommunalen Haushaltslage nicht umsetzbar. Das zuständige Ministerium prüft aktuell die eingegangenen Anträge und stellt nach der Aufstellung des Städtebauförderprogramms für 2018 am Jahresende die Bewilligungsbescheide aus. Erst danach kann die Stadt über die ersten Mittel verfügen. In den kommenden Jahren werden dann sukzessive Gelder für die weiteren Maßnahmen beantragt.

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