Unterwegs mit heißem Wasser

Die Städtischen Betriebe haben ein neues Sonderfahrzeug zur Wildkrautbekämpfung in Betrieb genommen. Die Arbeitsmaschine beseitigt unerwünschten Bewuchs beispielsweise auf Geh- und Radwegen, auf Plätzen und auch am Fahrbahnrand. Dabei wird ausschließlich heißes Wasser eingesetzt.

Die Stadtverwaltung hat sich selbst verpflichtet, im Regelbetrieb auf den Einsatz sogenannter Unkrautvernichtungsmittel zu verzichten. Statt dessen wird unerwünschter Bewuchs im öffentlichen Raum vorrangig mit mechanischen Verfahren beseitigt. Das sind im wesentlichen rotierende Drahtbürsten an Arbeitsmaschinen auf Flächen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit Bürsten und Kratzern im Handeinsatz an schwieriger zu erreichenden Stellen.

Das neue Sonderfahrzeug soll diesen Einsatz in vielen Bereichen erleichtern. Dazu wird an die bewachsenen Stellen kochend heißes Wasser gespritzt. Die Maschine erkennt mit einem optischen Sensor selbsttätig, wo beispielsweise Moos auf Gehwegplatten gewachsen ist. Auch größere Pflanzen „sieht“ die Maschine und geht gezielt gegen sie vor. Durch die Sensorsteuerung werden Energie und Wasser gespart, da sie nur dort eingesetzt werden, wo tatsächlich Bewuchs zu beseitigen ist.

Durch das heiße Wasser sterben die Pflanzen ab. Nach Angaben des Herstellers wirkt die Methode besonders nachhaltig, weil auch die Wurzeln der Pflanzen absterben. Je nach Intensität des Bewuchses reichen 2,5 bis vier Durchgänge pro Jahr, um die betroffenen Bereiche frei von Pflanzen zu halten. Auch die Arbeitsgeschwindigkeit hängt davon ab, wie stark die Flächen bewachsen sind. Dementsprechend schafft die Maschine im Einsatz zwischen 800 Meter und fünf Kilometer in der Stunde.

Markus Kampe, Fachbereichsleiter Städtische Betriebe, sagte, das neue Sonderfahrzeug entlaste die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der körperlich anstrengenden Arbeit der Wildkräuterentfernung. Zugleich könnten mit gleichem Arbeitszeiteinsatz deutlich größere Flächen bearbeitet werden. Einen weiteren Vorteil hat der Einsatz von Wasser im Vergleich zu mechanischen Verfahren obendrein: „Der Oberflächenbelag wird nicht angegriffen.“

Die neue Maschine wurde am Dienstag, 15. Mai 2018, erstmals in Betrieb genommen. Am Anfang wird noch getestet, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sollen sich mit der Maschine vertraut machen. Spätestens ab der kommenden Woche wird das Sonderfahrzeug dann in den Regeleinsatz kommen: „Eines der ersten Einsatzgebiete werden die Wege und befestigten Flächen auf den Friedhöfen sein.“

Passantinnen und Passanten sollten sich darum nicht wundern, wenn ihnen in nächster Zeit eine Maschine über den Weg fährt, die im Bereich des vorderen Anbaus Wasser sprüht und dampft. Investiert haben die Städtischen Betriebe für das Gerät rund eine Viertelmillion Euro. In der Wildkrautbekämpfung wird ausschließlich reines Wasser ohne irgendwelche Zusätze genutzt. Das einzige Zusatzmittel, das hin und wieder nach Bedarf benutzt werden könnte, ist ein Kalklöser für das Gerät selbst.

________________________________________________________________
Pressemitteilung Stadt Viersen
Inhalte geben den Stand zum Zeitpunkt der Veröffentlichung (16.05.2018) wieder.

nach oben