Onkel Wanja

Szenen aus dem Landleben


Onkel Wanja © Constanze Henning
© Constanze Henning

Onkel Wanja

Szenen aus dem Landleben

Drama in vier Akten von Anton Tschechow

Theater Poetenpack Potsdam

Regie: Andreas Hueck

 

„Mir wird oft vorgeworfen", sagt Tschechow, „dass ich über Bagatellen schreibe, dass es bei mir keine großen Helden gibt. Wo soll ich sie aber hernehmen? Solange wir jung sind, zwitschern wir munter wie die Spatzen auf dem Misthaufen; später, wenn wir uns den Vierzigern nähern, sind wir schon Greise und fangen an, an den Tod zu denken. Schöne Helden sind wir!" (Quelle Theater Poetenpack)

Alltäglichkeiten, Nichtigkeiten, zerstörte Illusionen, große Emotionen prägen die Welt in Anton Tschechows Drama „Onkel Wanja", das das Theater Poetenpack, ein freies professionelles Ensemble aus Potsdam, bei seinem Viersener Gastspiel präsentiert. Die „Szenen aus dem Landleben" erzählen von einer Handvoll Menschen, die einen Sommer lang auf einem Landgut in den russischen Wäldern zusammenleben und deren sogenanntes normales Leben in bedenkliche Schieflage gerät, weil gegenseitige Zuneigungen in den verschiedensten Konstellationen die Gemüter erhitzen. Liebe, Hass und Leidenschaft wecken Begehrlichkeiten, die die Personen erkennen lassen, dass sie Jahrzehnte in Selbsttäuschung gelebt haben.

In Andreas Huecks Inszenierung verbindet gerade dieser Seelenzustand die Figuren miteinander: tiefe Enttäuschung angesichts verlorener Ideale und die Sehnsucht nach einem anderen, erfüllten Leben. Nachdem der emeritierte Professor und Besitzer des Landguts auch noch ankündigt, dieses verkaufen zu wollen, gerät Wanja, der Gutsverwalter, angesichts des drohenden Verlusts seines Wohnsitzes völlig außer Kontrolle. Durch die Undankbarkeit des egoistischen Tyrannen zutiefst verletzt, versucht Wanja aus seinem Leben auszubrechen und den Professor zu erschießen. Er verfehlt ihn jedoch und so überlässt sich jeder wieder seinem gewohnten Schicksal - und alles bleibt beim Alten.

Tschechows feinsinnige Kenntnis der menschlichen Psyche, seine scharfe Gesellschaftskritik und sein charakteristischer Humor faszinieren immer wieder. Die fein skizzierten unterschiedlichen Charaktere werden von den facettenreichen Darstellern wunderbar in Szene gesetzt. Mit sieben Schauspielerinnen und Schauspielern bietet der Abend seinem Viersener Schauspielpublikum literarisches Theater in großer Besetzung

Datum 09.03.2016
Uhrzeit 20:00 Uhr
Veranstaltungsort Festhalle Viersen
Hermann-Hülser-Platz 1
41747 Viersen
Typ Theater
Zielgruppe Alle
Veranstalter Kulturabteilung der Stadt Viersen
Tel.:02162/101466 oder 101468
Heimbachstr. 12
41747 Viersen

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